Integration: Besser als ihr Ruf

Die Integration in Deutschland ist „viel besser als ihr Ruf“ und weiter fortgeschritten, als manche(r) denkt – so ein erstes Jahresgutachten von Sachverständigen zum Thema. Die multikulturelle Gesellschaft lebt, aber Probleme bleiben.

Die Integration in ‚die‘ Gesellschaft gibt es nicht“, schreibt Klaus J. Bade, denn eine Gesellschaft besteht aus verschiedensten Teilbereichen. „Als messbare Dimension ist Integration definierbar als gesellschaftliche Anerkennung in Gestalt möglichst chancengleicher Teilhabe an den zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.“ Und da ist Deutschland erfolgreicher, als mancher Politiker so oder so wahr haben will. Denn: „Deutschland ist angekommen in der Einwanderungsgesellschaft.“ So die knappe Zusammenfassung der positiven Ergebnisse des ersten Jahresgutachten des  Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Danach verläuft die Integration im gesellschaftlichen Alltag weitgehend auf Erfolgskurs, vor allem im europäischen Vergleich. Nach dem SVR-Integrationsbarometer, einer repräsentativen Befragung von über 5.600 Personen, zeigt die Bevölkerung einen „pragmatischen Integrationsoptimismus“ und ein „belastbares gegenseitiges Grundvertrauen“, so der SVR-Vorsitzende Bade. Zuwanderer vertrauen den Deutschen zum Teil mehr als der eigenen Herkunftsgruppe und mitunter sogar mehr als die Deutschen sich selbst. Der mit dem Integrationsbarometer erstmals gemessene Integrationsklima-Index (IKI) registriert einen positiven Mittelwert: Auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 4 (sehr gut) liegt der IKI für das Jahr 2009 bei 2,77 (Mehrheitsbevölkerung) und sogar 2,93 (Zuwandererbevölkerung).

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