Schule

Exklusion als Normalfall

Donnerstag, 8. Juli 2010

Jürgen Baumert, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und Ko-Autor der eben erschienenen neuen TIMSS-Studie „Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule – Leistungsgerechtigkeit und regionale, soziale und ethnisch-kulturelle Disparitäten“ fasst deren wenig überraschende Ergebnisse zusammen: „Der Lernerfolg an deutschen Schulen ist noch immer eng an den sozialen Status gekoppelt. Die Chancen von Jugendlichen aus der Oberschicht, ein Gymnasium zu besuchen sind derzeit dreimal so hoch, wie die Gleichaltriger aus Arbeiterfamilien.“ Bundesministerin Annette Schavan (CDU) sieht in der Veröffentlichung „ein Plädoyer für ein noch durchlässigeres Bildungssystem.“ In der Studie schreibt Baumert u.a: „Vor rund 30 Jahren diagnostizierte Heiner Meulemann: ‚Ungleichheit im Bildungssystem ist ein Stück sozialer Realität, Chancengleichheit ein normatives Postulat.‘ Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der (bisherigen) Studien ist diese Feststellung aktueller denn je zuvor. Ausgeprägte soziale Disparitäten im (deutschen) Bildungssystem sind ein gut dokumentierter Befund, an dem kaum mehr gezweifelt wird.“

Schulkrise

Donnerstag, 20. Mai 2010

Im Zuge der erregten Reaktionen auf die Zustände in deutschen Schulen hat sich allmählich ein „Schwarzmarkt“ neben dem Bildungssystem herausgebildet. Menschen, die es sich leisten können, engagieren für ihre Kinder zunehmend Nachhilfelehrer, berichtet Christian Geyer in der FAZ . Dabei sind die Kosten für Nachhilfe in der Regel steuerlich noch nicht einmal absetzbar, weil sie zu den „Angelegenheiten des täglichen Lebens“  gehören. Ausnahme: im Falle eines Umzugs aus beruflichen Gründenkönnen sie bis zur Höhe von 1584 Euro geltend gemacht werden.

Sing doch einfach mit

Montag, 17. Mai 2010

Die Singpause an Düsseldorfer Grundschulen – mehr als ein paar Lieder zwischendurch.

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Soziale Ungleichheit

Donnerstag, 6. Mai 2010

„Nach Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte soll jeder – unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialer Herkunft – Zugang zu Bildung haben. Vergleichsstudien wie PISA oder IGLU zeigen jedoch, dass Bildungserfolg und Bildungsbeteiligung von der sozialen Herkunft der Kinder abhängen.“, notiert die Sozialwissenschaftlerin Daniela Nold eingangs ihrer Untersuchung zum „Sozioökonomischen Status von Schülerinnen und Schülern“, in dem sie „Ergebnisse des Mikrozensus 2008“ analysiert. Ihr Ergebnis: „Die durchgeführten Analysen zeigen deutlich, dass die Art der besuchten Schule vom sozioökonomischen Hintergrund sowie vom Migrationshintergrund der Schülerinnen und Schüler abhängt und dass sich die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft zwischen den unterschiedlichen Schularten deutlich unterscheidet. Während sozial besser gestellte, bildungsnahe Familien sowie Familien ohne Migrationshintergrund das Potenzial ihrer Kinder stark ausschöpfen, liegen bei bildungsfernen, sozial schwachen Familien sowie Familien mit Migrationshintergrund oftmals Begabungsreserven brach. Soziale Ungleichheiten reproduzieren sich über Generationen hinweg und die Humanressourcen der Gesellschaft werden nicht in optimaler Weise entwickelt und genutzt.“ Weiterlesen beim Bundesamt für Statistik

Integration durch Musik

Donnerstag, 6. Mai 2010

Noch bis zum 30. Juni 2010 läuft die Ausschreibung der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung zur bundesweiten Initiative „Integration durch Musik“. Mit bis zu 5.000 Euro werden vorbildliche Projektideen gefördert, die das Miteinander von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Herkunft stärken. Bewerben können sich Kindergärten, Schulen, Vereine und Institutionen oder auch individuelle Initiativen und Akteure mit gemeinnütziger Zielsetzung. Maximal 15 Anträge sollen unterstützt werden. Nähere Angaben bietet die Website der Stiftung an.

Im Kulturtempel vor Ort

Montag, 3. Mai 2010

Eine erste systematische Bestandsaufnahme der kulturellen Bildung in klassischen Kultureinrichtungen zeigt: viele Angebote verdanken sich privatem Engagement, Migranten sind kaum im Blick. Beklagt wird die fehlende Anerkennung.

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Etwas wird sichtbar im Dokumentarfilm

Freitag, 23. April 2010

Seit 2001 sind mehr als 30 Dokumentarfilme zum Thema Schule und Bildung entstanden. Sie erlauben eine Expedition der Zuschauer in das heutige System Schule, das jeder aus sein eigenen Schulzeit genau zu kennen glaubt. Sie bieten überraschende und aktuelle Einblicke in Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern, in Motivationen und Selbstbilder, in Rahmenbedingungen und Strukturen des Systems und wie die Menschen sich darin bewegen. Auf dem Kölner Filmforum (27. – 29. Mai 2010) zeigt die Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW (DFI) eine Auswahl. Dazu wird über die sehr unterschiedlichen Aussagen der Filme zur Bildungspolitik in den deutschen Bundesländern diskutiert: zu Lernbedingungen und -situationen in verschiedenen Schultypen und zu globalen Trends wie Migration, die in der Schule sicht- und erlebbar wird. Das vollständige Programm (ab dem 20. April) und weitere Informationen

Kultur, Schule, Bildung

Donnerstag, 15. April 2010

Bei einem Programm, das Kultur und Schule miteinander in Verbindung bringen will, lohnt es sich, genauer hinzugucken, meint Johannes Bilstein. (mehr …)

Inklusionsfest NRW: Bessere Bildung für alle

Donnerstag, 15. April 2010

Am Mittwoch, den 5.Mai lädt die Elterninitiative „Eine Schule für alle“ zum „Inkluisionsfest NRW“ nach Düsseldorf. Unter dem Motto „Wir feiern die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung – Wir feiern für ein inklusives Bildungssystem – Wir lassen uns nicht mehr überhören!“ Der 5. Mai ist der Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Neben politischen Statements gibt es Rock und Rap für Kinder (Pelemele, Meditias) und jede Menge musikalische Jugendpower aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens. Die Initiative kämpft seit mehr als 25 Jahren für Integration von behinderten Kindern in den „normalen“ Schulunterricht. Sie ist auch Teil eines breiten Bündnisses, das eine Kampagne gegen die soziale Selektion im Bildungssystem gestartet hat. Mehr Informationen

Europa 2020

Sonntag, 21. März 2010

Der Anteil der Schulabbrecher soll in Europa  auf unter 10 % abgesenkt werden, mindestens 40 % der jüngeren Generation sollen einen Hochschulabschluss erreichen, daneben soll die Zahl der armutsgefährdeten Personen um 20 Millionen sinken. Das sind nur drei der Ziele, die die Europäische Kommission in ihrer Mitteilung „EUROPA 2020 – Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ ansteuert. Damit soll in der EU insgesamt ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum untermauert werden. EUROPA 2020 folgt der umstrittenen „Lissabon-Strategie“ Lissabon-Strategie , die 2000 von den europäischen Regierungschefs auf den Weg gebracht worden war. Kommissionschef José Manuael Barroso zu den Gründen des erneuten „Aufbruchs“: „Die Krise ist ein Weckruf. Wir müssen erkennen: ein „Weiter so wie bisher“ würde uns in der neuen Weltordnung schrittweise in die Zweitrangigkeit zurückfallen lassen. Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit für Europa. Jetzt ist die Zeit für entschlossenes und ambitioniertes Handeln.“